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Pre-Money und Post-Money

Der Wert vor dem neuen Geld und der Wert danach. Welcher gemeint ist, entscheidet über mehrere Prozentpunkte.

Was es bedeutet

Die Pre-Money-Bewertung ist der Wert, auf den sich die Parteien für das Unternehmen einigen, bevor das neue Geld eingezahlt wird. Die Post-Money-Bewertung ist derselbe Wert zuzüglich des eingesammelten Betrags. Bei 2 Mio. EUR auf 8 Mio. EUR Pre-Money beträgt die Post-Money-Bewertung 10 Mio. EUR. Der Anteil des Investors ergibt sich immer aus dem eingezahlten Betrag geteilt durch die Post-Money-Bewertung, hier also zwanzig Prozent.

Warum es zählt

Dieselbe Zahl bedeutet je nach Bezugspunkt eine andere Beteiligung, und Term Sheets sagen nicht immer, welcher gemeint ist. Werden 2 Mio. EUR auf einer Bewertung von 10 Mio. EUR aufgenommen, hält der Investor zwanzig Prozent, wenn die 10 Mio. Post-Money sind, und rund 16,7 Prozent, wenn sie Pre-Money sind. Das sind über drei Prozentpunkte, die allein davon abhängen, welches Wort neben der Zahl steht. Bei mehreren Angeboten nebeneinander multipliziert sich dieser Effekt, weil selten alle dieselbe Basis nennen. Die Basis gehört deshalb in jede schriftliche Zusammenfassung.

Rechenbeispiel

Zwei Angebote im Vergleich. Angebot A: 2 Mio. EUR auf 8 Mio. EUR Pre-Money. Post-Money sind 10 Mio. EUR, der Investor hält zwanzig Prozent, die Gründer achtzig. Angebot B: 2 Mio. EUR auf 10 Mio. EUR Post-Money. Pre-Money sind hier 8 Mio. EUR, es ist also dasselbe Angebot in anderen Worten. Angebot C: 2 Mio. EUR auf 10 Mio. EUR Pre-Money, Post-Money 12 Mio. EUR, der Investor hält 16,7 Prozent. Nur C ist besser, und die drei lassen sich erst vergleichen, wenn alle auf dieselbe Basis gebracht sind. Nimmt man einen Optionspool von zehn Prozent vor dem Geld hinzu, verschieben sich alle drei erneut: Aus achtzig Prozent für die Gründer bei Angebot A werden siebzig, während der Investor unverändert bei zwanzig Prozent bleibt. Die Bewertung hat sich nicht geändert, der Gründeranteil um zehn Punkte.

Der häufige Fehler

Zwei Angebote anhand der Bewertungszahl zu vergleichen, ohne die Basis zu prüfen, und den Optionspool aussen vor zu lassen. Ein höheres Pre-Money mit einem grossen Pool vor dem Geld ist regelmäßig schlechter als ein niedrigeres ohne. Die belastbare Vergleichsgröße ist nicht die Bewertung, sondern der Prozentsatz, den die Gründer nach der Runde halten. Ein dritter Fehler ist, die Basis mündlich zu klären und im Term Sheet nicht nachzulesen, denn dort steht die Fassung, die am Ende bindet.

In der Praxis

Fragen Sie beim ersten Gespräch, welche Basis gemeint ist, und rechnen Sie jedes Angebot in den Gründeranteil nach der Runde um, bevor Sie vergleichen. Bei SAFEs ist derselbe Unterschied in die Bewertungsobergrenze eingebaut und wirkt dort noch stärker, weil eine Post-Money-Obergrenze den Prozentsatz des Investors festschreibt. Halten Sie für jedes Angebot eine Zeile fest: Betrag, Bewertung, Basis, Pool und Zeitpunkt. Erst diese fünf Angaben zusammen ergeben eine vergleichbare Zahl, und ein Angebot, zu dem eine davon fehlt, ist noch kein Angebot, sondern eine Absichtserklärung. Notieren Sie die Basis neben jeder Zahl, die Sie erhalten.

Was Sie fragen sollten

Fragen Sie im ersten Gespräch, ob die genannte Bewertung Pre-Money oder Post-Money gemeint ist, und wiederholen Sie die Antwort schriftlich. Das klingt pedantisch und ist es nicht: Bei 2 Mio. EUR auf 10 Mio. EUR liegen zwischen den beiden Lesarten über drei Prozentpunkte. Fragen Sie zweitens, ob der Optionspool in der genannten Bewertung schon enthalten ist und ob er vor oder nach dem Geld entsteht, denn ohne diese Angabe lässt sich kein Angebot mit einem anderen vergleichen. Rechnen Sie jedes Angebot in den Gründeranteil nach der Runde um, bevor Sie es bewerten, und vergleichen Sie diese Zahlen statt der Bewertungen. Vergleichen Sie am Ende Gründeranteile und keine Bewertungen, denn nur diese Zahl beantwortet die Frage, welches Angebot besser ist.

Jetzt durchrechnenVerwässerung

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